CSD 2021 in Niedersaschen und Bremen

Ein weiteres Jahr oder Sichtbarkeit? Mitnichten!

 

(RoZ) Oldenburg. Stress. Einsamkeit. Diskriminierung. Angst. Unsichtbarkeit. Depressionen. Gewalt. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auf LGBTQI* Menschen besonders hart. Mit den letzten CSD, die im letzten Jahr nur in kleinem Rahmen statt finden konnten, war die doch so wahnsinnig wichtige Sichtbarkeit und damit die deutliche Forderung nach Gleichberechtigung an die Gesellschaft arg schwer umsetzbar. Unverändert erfahren Lesben und Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle* Menschen Diskriminierungen, die aber in der Corona-Pandemie noch ausgeprägter wurden. Egal ob kleines oder großes Leid, jede der oben aufgeführten Umstände schmerzt und lässt zweifeln. Nahezu ausgeschaltet sind bis heute die Halt gebenden Gruppentreffen und Beratungen durch die vielen Auflagen und Vorschriften, so nachvollziehbar diese auch sind. Gleichwohl belasten diese gerade LGBTQI* Menschen sehr. Umso wichtiger wird die diesjährige CSD Saison sein, um vielfältig Aufmerksamkeit zu erhalten. Mach dabei mit!

 

CSD Nordwest am 18. September 2021

Oldenburg. Die Pandemie hält uns auch in diesem Jahr in Bewegung. Angesichts der Planungsunsicherheiten und dem gleichzeitig starken Wunsch, für eine Verbesserung der Situation von LSBTIQ* in Deutschland wirksam und sichtbar zu demonstrieren, hat der CSD Nordwest nach reiflicher Überlegung und in Abstimmung mit den beteiligten Institutionen eine Verschiebung des Termines beschlossen.

Der CSD Nordwest ruft alle Bürger*innen und Organisationen, denen die Vielfalt und Gleichberechtigung von Menschen am Herzen liegen, auf, sich zu beteiligen und einzubringen. Die jüngsten Aktionen aus Kultur (#actout) und Sport (#ihrkoenntaufunszaehlen) zeigen eindrucksvoll, dass auch in Deutschland noch ein weiter Weg zu echter Gleichberechtigung und Akzeptanz zu gehen ist. Es braucht Öffentlichkeit, es braucht die Diskussion und die Auseinandersetzung mit der Lebenswirklichkeit von LSBTIQ*. Auch wenn niemand weiß, wie die Rahmenbedingungen im September dieses Jahres aussehen werden, sind die Macher*innen zuversichtlich, dass sie mehr ermöglichen, als im Juni. Hierbei hat das Team nicht nur die CSD-Demonstration im Blick, sondern auch die Nacht der kleinen Künste am 10.09.2021 und das weitere Rahmenprogramm.

 

Sichtbarkeit in der Jade Stadt schaffen #homophobieistkeinemeinung

Wilhelmshaven. Ob Aurich, Oldenburg oder Cloppenburg, deutschlandweit gehen in insgesamt 88 Städten die Menschen beim Christopher Street Day (CSD) auf die Straße. Die Jade Stadt wird Nummer 89, denn die konkreten Planungen für den ersten CSD in Wilhelmshaven sind im April diesen (dieses) Jahres gestartet.

Am 04. September 2021 werden die Menschen durch die Stadt ziehen, um sich für die Vielfalt sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten einzusetzen.

Anke Hieronymus, Organisatorin des ersten CSD in Wilhelmshaven, weiß genau, wie die Premiere der Demonstration aussehen soll: „In den letzten Jahren wurde bereits vieles erreicht, aber von Gleichberechtigung und Akzeptanz in allen Bereichen sind wir noch weit entfernt“, sagt Hieronymus. Immer noch gebe es viele Ungerechtigkeiten, und Menschen trauten sich noch nicht, ihre Sexualität offen zu zeigen, sich zu outen. Diskriminierung im Alltag erlebten immer noch viele. „Ein CSD ist nicht nur etwas für Großstädte. Diese politische Demonstration ist gerade vor den anstehenden Wahlen nötig.“ weiß Hieronymus. „In Wilhelmshaven vermissen wir Anlaufstellen und das nicht erst seit Corona. Wir wollen in der Bevölkerung das Bewusstsein für die LSBTTIQ‘s schaffen, Aufklärungsarbeit leisten und auf aktuelle Missstände hinweisen.“

Es geht um die Sichtbarkeit der Szene in einer kleinen Stadt und besonders hier vor Ort. Hierfür soll der CSD ein Zeichen setzen und Mutmacher sein, das eigene Ich zu akzeptieren und offen auszuleben. Die Demonstration am 04.September 2021 ist zwei Wochen vor dem CSD in Oldenburg und sieht sich als Pre-Opening Veranstaltung für den CSD in Oldenburg. Über Mithilfe und Unterstützung in jeglicher Form freut sich das Team des CSD WHV. Kontakt zum Team gibt es über info@csd-whv.de oder unter 04421 21449.

 

Sommerlochfestival – Für Gleichberechtigung

Braunschweig. Die unverlässliche Entwicklung von Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erschweren auch in diesem Jahr die frühzeitige Planung für das Sommerlochfestival 2021. Dennoch arbeitet das Team des Festivals bereits in virtuellen Sitzungen daran, dass in diesem Jahr einiges auf die Beine gestellt werden kann. Das Sommerlochfestival setzt sich das Ziel, die größtmögliche Sichtbarkeit und Akzeptanz für LSBTI* zu schaffen. Die Braunschweiger*innen bleiben ihrem Turnus treu und planen das Sommerlochfestival für den

13. und 14. August 2021

unter dem Motto Sommerlochfestival – Für Gleichberechtigung. Über den Stand und die Ergebnisse der Planungen wird laufend berichtet.

 

Trotz Allem: bunte Vielfalt leben!

Osnabrück. Bereits am 29. Mai fand der Christopher Street Day in Osnabrück statt. Die Demonstration endete mit einer Kundgebung am Theatervorplatz/Platz der Deutschen Einheit. Und wurde im Anschluss mit einem queeren Gottesdienst in der St. Marienkirche abgerundet. Die Macher*innen in Osnabrück haben bei Ihrer Demonstration bedeutende Forderungen formuliert, die wir hier gerne abdrucken:

Alle LSBTIQ* brauchen in Osnabrück verlässliche und vertrauensvolle Anlaufstellen. Insbesondere für LSBTIQ* in prekären Situationen, wie Coming Out, Flucht und Migration oder anderen sozialen Herausforderungen müssen Beratungs- und Unterstützungsstrukturen gestärkt werden. Deshalb fordern wir, die Community-Strukturen auch in Osnabrück dauerhaft zu stärken. Hierzu bedarf es einer ausreichenden und dauerhaften Ausstattung. Neben vorhandenen Vereinen wie z. B. Gay in May e. V., Rainbow Fun Sports e. V., LIOS e. V. (Lesbische, Bisexuelle und queere Frauen* in Osnabrück), Aids-Hilfe Osnabrück e. V., VTSM e.V. (Vereinigung-TransSexuelle-Menschen) und Initiativen wie eine queere Jugendgruppe und Queer Refugees ist ein queeres Zentrum mit professionell arbeitendem Personal für Osnabrück unerlässlich.

Queere Bildungsarbeit muss in der Stadt Osnabrück dauerhaft etabliert werden. Das schließt die Förderung des Bildungs- und Antidiskriminierungsprojektes SCHLAU ein, erfordert aber weitaus mehr Engagement: Sämtliche Bildungseinrichtungen sowie soziale Einrichtungen müssen in einen Prozess zu mehr Aufklärung und Bildung im LSBTIQ*-Sinne einbezogen werden.

Als Friedenskulturstadt stünde es der Stadt Osnabrück gut zu Gesicht, den Blick auf internationale Kontexte zu werfen und mit ihren Möglichkeiten darauf hinzuwirken, die Situation von LSBTIQ* weltweit zu verbessern.

 

11. September Erster CSD in Papenburg!

Nachtrag Onlineredaktion: Papenburg. In Papenburg wird im September erstmals ein Christopher Street Day (CSD) stattfinden. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt hervor. Demnach soll der CSD in Papenburg am 11. September um 14 Uhr stattfinden. Im Moment stecke man mitten in den Vorbereitungen und werde die Entwicklung der Pandemie im Auge behalten und die Planungen danach ausrichten. Am kommenden Freitag ist außerdem eine Mahnwoche gegen die Diskriminierung von LGBTIQ+-Aktivisten in Russland geplant. Anlässlich des internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie am 17. Mai soll außerdem vor dem Papenburger Rathaus erstmalig die Regenbogenfahne gehisst werden.

 

Zusammengefasst für die RoZ: (ingmar)

 

Weitere CSD Termine in Niedersachsen/Bremen:

CSD Cloppenburg | 26. Juni

CSD Göttingen | 17. Juli

CSD Bremen | 28. August

CSD Wendland | noch offen