18. Juni CSD: Coming Out ist ein Menschenrecht!

(RoZ/pm) Oldenburg. Am Samstag, den 18. Juni 2022 findet zum 28. Mal der Christopher Street Day in Oldenburg statt. Wir gehen auf die Straßen und demonstrieren für die Rechte von lesbischen, schwulen, bise­xuellen, transsexuellen, intersexuellen, queeren und *­Menschen. Unser Motto in diesem Jahrzeigt auf, wie individuell und unterschiedlich LSBTIQ*­Menschen das Thema „Coming Out“ wahrnehmen. In vielen Ländern ist ein Coming Out eine unüberwindbare Hürde und somit ein Fluchtgrund. Und selbst in Deutschland kann auch heute noch ein Coming Out für LSBTIQ*­Menschen negative Folgen haben. Ein Beispiel dafür ist die Kampagne „#outinchurch“ von LSBTIQ*­Menschen, deren Arbeitgeberin die katholische Kirche ist. Der CSD bietet mit einer politischen Demonstration, einem Kulturfest und der anschließenden Party „Night of The Pride“allen teilnehmenden Menschen die Möglichkeit, sich als Teil einer starken Bewegung zu fühlen, sich Mut machen zu lassen und stolz auf das eigene Coming Out zu sein.

Unser Motto „Coming Out ist …“

Die diesjährige politische Arbeit steht unter dem Motto „Coming Out ist…“ und fordert LSBTIQ*­Menschen in einer begleitenden Kampagne auf, sich mit einem eigenen Statement zu diesem Thema zu äußern. Der CSD Nordwest e.V. möchte versuchen, viele Facetten eines Coming Out zu beleuchten und sagt bewusst nicht „So geht Coming Out.“. Um eine Debatte zu eröffnen, formuliert der CSD Nordwest e.V. beispielhafteinzelne Aspekte zu „Coming Out ist…“.

Coming Out ist ein Menschenrecht!

Weil kein Mensch aufgrund der sexuellen Ori­entierung in den eigenen Grundrechten einge­schränkt werden sollte.

Coming Out ist lebensgefährlich?

Weil leider nach wie vor in vielen Ländern LSBTIQ*­Menschen die Todesstrafe droht, wenn sie ein freies Leben führen wollen und sie deshalbfliehen müssen.

Coming Out ist befreiend!?

Weil LSBTIQ*­Menschen sich nicht mehr verste­cken und selbstbewusst zu sich selbst und ihrer sexuellen Orientierung stehen können sollen.

Coming Out ist überflüssig?

Weil wir uns ein gesellschaftliches Miteinander wünschen, das durch Akzeptanz für Vielfaltgeprägt ist und ein Coming Out eigentlich über­flüssig sein sollte.

Coming Out ist das Karriere-Ende?

Weil es leider immer noch in vielen Berufen, wie zum Beispiel im Profisport oder der katholischen Kirche keine Akzeptanz für Vielfalt gibt.

Coming Out ist politisch.

Weil wir alle mit unserer Sichtbarkeit für die Rech­te von LSBTIQ*­Menschen kämpfen.

 

Politische Forderungen des CSD Nordwest e.V.

Seit Jahrzehnten kämpfen wir gemeinsam für die Rechte von LSBTIQ*­Menschen und auch wenn wir bereits vieles erreicht haben, bleiben folgende Forderungen offen:

  • Der Artikel 3 des Grundgesetzes muss um das Merkmal „sexuelle Identität“ ergänzt werden.
  • Wir fordern neben dem gesellschaftlichen Respekt nicht nur Toleranz, sondern Akzeptanzfür Vielfalt.
  • LSBTIQ*­Menschen und Paare benötigen ein volles Recht auf Zugang zum Adoptionsver­fahren.
  • Die Diskriminierung von LSBTIQ*­Menschenbei Blut­- und Organspenden muss sofort be­endet werden.
  • Wir fordern eine lebenswirkliche Abbildung von LSBTIQ*­Themen in den Schulen und Lerninhalten.
  • Das Transsexuellengesetz und die der Belange intersexueller Menschen müssen reformiert und verbessert werden.
  • Die gesellschaftliche Teilhabe HIV ­positiver Menschen und der Arbeit der Aidshilfen musssichergestellt sein.
  • Geflüchtete LSBTIQ*­Menschen brauchen ein wertschätzendes Asylverfahren, das ihnen eine volle Anerkennung ihres Fluchtgrund es zusichert.
  • LSBTIQ*­Menschen gehören selbstverständlich in alle relevanten gesellschaftlichen Gremien, wie z.B. Seniorenräte und Rundfunkräte.
  • LSBTIQ*­Personen müssen einen diskriminie­rungsfreien Zugang zu allen Handlungs- ­und Berufsfeldern in der Kirche erhalten und das kirchliche Arbeitsrecht muss entsprechend angepasst werden.

Informationen zum Ablauf/Corona

Wir werden in diesem Jahr rücksichtsvoll und achtsam einen CSD miteinander veranstalten. Teilnehmende Personen können nach eigenem Ermessen z.B. eine Maske tragen und wir möchten darauf hinweisen ­sofern individuell gewünscht ­entsprechende Abstände einzuhalten. Seitens des CSD Nordwest e.V. wird es keine eigenen pandemiebedingten Auflagen geben. Sofern es aufgrund der aktuellen Pandemie­ Entwicklung kurzfristig behördliche Auflagen geben sollte, werden wir darüber rechtzeitig informieren.

Wagen

Wir haben uns dazu entschieden, nur noch Fahr­zeuge bis zu einer zugelassenen Höchstlast von3,5 Tonnen zuzulassen. Ein Beispiel dafür wäre ein Pritschenwagen mit einer Ladefläche für die Musikanlage und eine Person, die diese bedient. Weitere Personen auf Ladeflächen sind nicht mehr zulässig, da dies bei kleineren Fahrzeugen zu gefährlich wäre. Sofern Menschen die kom­plette Demonstration nicht zu Fuß zurücklegen können, gibt es Möglichkeiten zur Mitnahme in Fahrzeugen.

Veranstaltungen und Route

Die „Nacht der kleinen Künste“ entfällt leider indiesem Jahr. Die Planung dazu hätte bereits am Jahresanfang eine verlässliche Lage gebraucht und diese war nicht gegeben. Stattdessen gibt es am 17. Juni ab 19 Uhr auf dem Schlossplatz ein „Warm Up am CSD­-Vorabend“: Die Bühne steht, es gibt einen Live­Act und Musik, sowie kurze Redebeiträge. Am 18.06.2022 starten wir ab 11:00Uhr mit Musik und Reden auf dem Schlossplatz und um 13:00 Uhr ist Demostart. Die Route führt vom Schlossplatz über Huntestraße, Staugraben, Am Stadtmuseum, Pferdemarkt, Am Stadtmu­seum, Staulinie, Heiligengeistwall, Theaterwall, Kasinoplatz zurück zum Schlossplatz. Dort starten um 15:00 Uhr die Abschlusskundgebung und das Kulturfest. Die offizielle CSD­-Abschlussparty „Night of ThePride“ findet in diesem Jahr ab 22 Uhr in der Umbaubar (Stau 25/­27) statt. Wer schon eher feiern will, kann dies bereits eine Woche vorher, am 11. Juni im Amadeus (Mottenstraße) bei der „Rainbow Party“ und zwar ebenfalls ab 22 Uhr.

 

andreas gerbrand | CSD Nordwest e.V.

Mehr Infos unter:

CSD Nordwest e.V. , Kreativ:Labor, Bahnhofstr. 11, 26122Oldenburg, 0441 30 43 36 70

www.csd­nordwest.de

www.facebook.com/csdnordwest