Die Hansestadt im Zeichen des Regenbogens | 31.08.

Der CSD in Bremen am Samstag 31.08.2019

(pm) Bremen. Der Sommer 2019 findet seinen Höhepunkt am Samstag, 31. August, mit der diesjährigen Christopher-Street-Day-Demonstration (CSD). Der bunte Zug startet um 12 Uhr am Altenwall / Ecke Stadtbibliothek und bewegt sich dann durch die Innenstadt. Ziel ist das Theater am Goetheplatz. Dort findet ab 15:30 Uhr die Abschlussveranstaltung mit Infoständen und Kulturprogramm statt. Die Veranstalter rechnen auch in diesem Jahr mit mehreren Tausend Teilnehmer*innen in der Hansestadt.

Der Bremer CSD will auch in diesem Jahr ein starkes Zeichen für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen Menschen setzen. Und das ist und bleibt weiter dringend nötig: So wurde in Deutschland zwar – nach langem Drängen – zwar mittlerweile die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet, Diskriminierung und Gewalt finden aber auch weiterhin statt: „Du schwule Sau“ ist auf Schulhöfen immer noch ein sehr beliebtes Schimpfwort. Und auch weltweit bleibt noch viel zu tun, in einigen Ländern steht auf Homosexualität die Todesstrafe. In Polen hetzt die ultrarechte Regierungspartei PIS gegen Schwule und Lesben und mal den „Untergang des Abendlandes“ an die Wand, wenn die Regenbogencommunity sich für Bürgerrechte einsetzt. Robert Dadanski vom CSD-Bremen: „Wenn Bürgerrechte und Rechtstaatlichkeit in unserem Europa gefährdet sind, dann geht es uns alle an. In einem Europa, das wir als Wertegemeinschaft verstehen, müssen Menschenrechte universell gelten. Es darf weltweit keinen Platz für Diskriminierung geben.“

Das alles sind Gründe genug, um am 31. August für die eigenen Rechte auf die Straße zu gehen und mit einer bunten CSD-Demo laut, friedlich und kreativ die Vielfalt und das bunte Leben zu feiern. Darum ist es auch in diesem Jahr Ziel, in Bremen möglichst viel Regenbogen zu zeigen, schließlich gilt ja die Regenbogenflagge weltweit als das Symbol der homosexuellen Bürgerrechtsbewegung und als Zeichen für eine friedliche Welt. Ob am Privatbalkon, ob an Flaggenmasten vor Firmen, an öffentlichen Gebäuden, Hotels und Geschäften, die Regenbogenflagge setzt ein Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit. Von Jahr zu Jahr machen immer mehr mit: so waren im vergangenen Jahr unter anderem der Senat mit der Sozial, Bildungs- und Finanzbehörde dabei. Die Volkshochschule (VHS) und die „Glocke“ machten mit, markante Häuser waren in den Abendstunden im Regenbogendesign erleuchtet. Und auch das Parlament des kleinsten Bundeslandes, die Bremische Bürgerschaft, hisste den Regenbogen vor dem Parlamentsgebäude. Nur das Rathaus machte (erneut) nicht mit und versteckte sich hinter einer „Bundesflaggenveordnung“ und übersah dabei bewusst, dass in der Bundeshauptstadt Bundesministerien und Bundesbehörden längst die bunte Flagge hissen. Man darf gespannt sein, ob der neue Bremer Senat mit einer neuen Koalition und einem neuen Bürgermeister an der Spitze in diesem Jahr moderner, selbstbewusster und mutiger auftreten wird….

Der CSD im Jahr 2019 ist ein ganz besonderes Ereignis. Vor genau 50 Jahren, im Sommer 1969, lösten eine Razzia und Schikanen der New Yorker Polizei in der Schwulenbar „Stonewall Inn“ – in der Christopher Street – die Homosexuellenbewegung aus. Seitdem wird in New York am letzten Samstag im Juni, dem Christopher Street Liberation Day, mit einem Straßenumzug an dieses Ereignis erinnert. Daraus ist eine weltweite Tradition geworden, im Sommer Demonstrationen für die Rechte von Schwulen und Lesben sowie der ganzen „Regenbogen-Community“ abzuhalten. Die erste CSD-Demo in Bremen fand vor 40 Jahren im Jahr 1979 statt.

 

robert martin dadanski | CSD Bremen e.V.

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