Goldmarie – der queere Preis für Fleiß

Von links: Andy Küster, Friederike Wenner (QNN), Malte Spitzer, Andrea Ottmer, Florian Zurheide, Kevin Rosenberger (QNN) und Thomas Wilde (QNN)

 

Queeres Netzwerk Niedersachsen vergibt die „Goldmarien“ 2018

Am 10. November wurde im Hildesheimer Rathaus ehrenamtliches Engagement von Lesben, Schwulen, trans*- oder intergeschlechtlichen Menschen geehrt. Organisiert vom Vorjahrespreisträger Andy Küster und seiner Gruppe QUEERBEET in Kooperation mit dem QNN wurde im Ratssaal ein stimmungsvoller Nachmittag auf die Beine gestellt, moderiert von Conchita-4711 und musikalisch beschwingt begleitet durch die Hildesheim.

5. Vergabe des Preises – Erstmals zu allen vier Themen

Ehrenamtliches schwules und lesbisches Engagement und zunehmend die Aktivitäten von trans* oder intergeschlechtlichen Menschen sind nach wie vor das Fundament sowohl für die Mehrzahl der Beratungsangebote für LSBTI* als auch für politische und kulturelle Veranstaltungen vom CSD bis zur Buchlesung. So bedeutsam das ehrenamtliche Engagement ist, so unsichtbar bleibt es oft. Deshalb kam bei „SVeN“ – dem Präventionsprojekt der AIDS-Hilfe Niedersachsen – die Idee auf, die Menschen hinter dem Ehrenamt sichtbarer zu machen. Das QNN griff diese Idee auf und so wurde 2014 das Konzept der „Goldmarie – der queere Preis für Fleiß“ entwickelt. Wie im Märchen von Frau Holle werden diejenigen geehrt, die anstehende Aufgaben sehen und hinter den Kulissen oft für viele Jahre dafür sorgen, dass es Angebote für LSBTI* in Niedersachsen gibt. Bei der 5. Vergabe 2018 wurde die Goldmarie dabei erstmals zu allen vier Themen des QNN verliehen.

Preisträger_Innen

Im Bereich des Engagement s für trans*geschlechtliche Menschen wurde Andrea Ottmer aus Braunschweig geehrt. Sie engagiert sich seit mehr als zwanzig Jahren sowohl in der praktischen Beratung trans*geschlechtlicher Menschen als auch im Rahmen der Organisation ihrer Interessenvertretung. So ist sie u.a. Mitbegründerin der DGTI und dort auch fast immer im Vorstand aktiv gewesen. Beate Kohlhaas sorgt im Queeren Zentrum von Braunschweig, dem „Onkel Emma“ für Angebote für lesbische Frauen. Dazu gehören ein monatliches Frauencafé und die Veranstaltungsreihe KULTFrauen. Letztere setzt inhaltliche Impulse mit Lesungen, die für Frauen auch einen neuen Veranstaltungsort in Braunschweig, das Kult-Theater erschlossen haben einschließlich einer Frauen-Party zum Tanzen. Der dritte Preisträger Florian Zurheide aus Göttingen war Mitbegründer einer schwulen Jugendgruppe in Göttingen vor 10 Jahren. Diese hat er inzwischen mit anderen Aktiven zusammen zu einem Treffpunkt weiterentwickelt, der alle Altersgruppen mit thematischen Abenden anspricht. Damit ist diese Gruppe jetzt eines der wenigen Angebote, die generationenübergreifend von schwulen Männern genutzt werden. Im Bereich Intergeschlechtlichkeit wurde der Preis in diesem Jahr an keinen einzelnen Menschen verliehen sondern ging an „Intersexuelle Menschen – Landesverband Niedersachsen e.V.“, der wesentlich durch ehrenamtliches Engagement geprägt ist. Mit der Goldmarie für „Intergeschlechtlichen Fleiß“ möchte das QNN auf dieses Engagement hinweisen – auch wenn die zu diesem Thema ehrenamtlich arbeitenden Menschen sich noch nicht zeigen möchten.

Laudatoren und Teilnehmende

Vorgestellt wurden die diesjährigen Preisträger*innen jeweils durch eine Laudatio, die durch die Geschäftsführenden des QNN, Friederike Wenner und Thomas Wilde, vorgetragen wurde. Den Preis, die Anstecknadel mit der Goldmarie, überreichte der Erste Stadtrat der Stadt Hildesheim, Malte Spitzer. Stadtrat Spitzer zeigte dabei sich sehr beeindruckt von der Veranstaltung. Praktisches Ergebnis ist, dass die Stadt Hildesheim jetzt die vom Sozialministerium reservierten Fördermittel für kommunale LSBTI*Projekte auch noch kurzfristig nutzen möchte. Als Vertreter des Niedersächsischen Sozialministeriums nahm Hans Hengelein an der Verleihung teil.

 

thomas wilde | QNN

Mehr Infos & Kontakt:

q-nn.de/goldmarie

 

Biographische Notizen: Thomas Wilde, Geschäftsführung des SFN seit dessen Gründung 1991 und seit 2017 gemeinsam mit Friderike Wenner im QNN. Pädagogischer Mitarbeiter in der VNB Geschäftsstelle Göttingen. Diverse Ehrenämter im LSBTI*Bereich sowie Mitglied im Vorstand des Bundesforums Männer und der Kommission Projekte und Finanzen der Deutschen AIDS-Hilfe. Lebt in Hannover sowie in Hamburg mit seinem Mann – unverpartnert.

 

Der Strukturentwicklungsprozess 2016/17 und die Koordination der Kampagne „Für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt* in Niedersachsen“ haben das QNN nachhaltig verändert: Neben die Geschäftsführung sind die vier Themenbereiche lesbisch, schwul, trans* und inter mit einem Netzwerk, bzw. einem Landesverband mit zugeordneter Koordinierungsstelle getreten. Beim Arbeitswochenende des Netzwerks „Schwules Forum Niedersachsen“ (SFN) wurde gefordert, eine Qualifizierung für die Entwicklung eines „Markenkerns“ für das Netzwerk anzubieten. Als „Resonanzraum“ bietet das QNN dieses Thema nun vom 25. – 27. Januar 2019 für alle Netzwerke an. Am Samstag gibt einen Input zum Thema „Markenkern“, den Sven-Christian Finke-Ennen übernehmen wird. Im Anschluss Queeres Netzwerk Niedersachsen 2019 werden die Teilnehmenden dieses Wissen dann auf ihr jeweiliges Netzwerk anwenden und versuchen, einen Markenkern ihres Netzwerks zu formulieren.

Mehr Infos & Kontakt: q-nn.de

Eingeladen sind dabei sowohl Menschen, die bereits an Netzwerken teilnehmen als auch solche, die einsteigen wollen – also bei LiN, TiN, SFN oder Intersexuelle Menschen – Landesverband Niedersachsen. Ein Programmablauf ist ab Mitte Dezember auf der Internetseite des QNN verfügbar. Die Anmeldung erfolgt bei der Akademie Waldschlösschen unter der VA-Nummer: 9506 oder über deren Homepage. Kostenlos für Teilnehmende aus Niedersachsen! Dozent*in: Sven-Christian Finke-Ennen, Friederike Wenner, Geschäftsführerin im QNN.

 

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