QNN vergibt die „Goldmarien“ 2019 – auch nach OL

Preisgekröntes LSBTIQ* Ehrenamt

(Bild Preisträger*innen und Laudator*innen. © Xenia Neumann/Landeszeitung (Lüneburg).

Ein Interview mit Barbara Meißner, der Oldenburger Preisträgerin, findest Du unten auf dieser Seite!

(pm) Lüneburg. Das Queere Netzwerk Niedersachsen (QNN) hat auch in diesem Jahr das vielfältige ehrenamtliche Engagement der Niedersächsischen LSBTIQ*Szene wertgeschätzt und sichtbar werden lassen. Begrüßt wurden die zahlreichen Gäste mit bunten Sektalternativen und den eindrucksvollen Stimmen des PiCanta
Chors. Anwesend waren neben langjährigen, niedersächsischen LSBTIQ* Engagierten wie Thomas Wilde und einer Delegantion von queerbeet Hildesheim e.V. auch Politiker*innen wie der Lüneburg sehr verbundene Landtagsabgeordnete Detlev Schulz-Hendel und andere Unterstützer*innen wie Jan Meier, LSBTIQ* Ansprechperson der Lüneburger Polizeidirektion, mit seiner Kollegin Esther Schaper aus Braunschweig
und Friedrich Laatz vom Bundeprojekt „Demokratie leben!“. Moderiert durch die Lüneburger Ikone Isabell Ankauf von Gold sprachen zunächst Julian Linn für das QNN und Daniel Masch für den checkpoint queer. Sie hießen alle willkommen und führten mit Hintergrundinfos zur Goldmarie und der Szene der Region in die Veranstaltung ein. Anschließend hielt Thorsten Treybig, der Fachbereichsleiter für Familie und Bildung der Hansestadt Lüneburg eine motivierende Rede, die das Ehrenamt und die LSBTIQ*Community der Stadt hervorhob. Die diesjährigen Preisträger*innen waren Samuel Schmidt aus Lüneburg, Eves Winter aus dem Wendland, Barbara Meißner aus Oldenburg und Dirk Ahrens aus Lüneburg.

Alle auf diese Weise geehrten Menschen haben sich intensiv unentgeltlich für die LSBTIQ* Community eingesetzt, sie begleiten Andere, informieren und treten öffentlichkeitswirksam in Erscheinung. Durch ihren Einsatz beleben sie das Niedersächsische Miteinander und helfen Menschen und der Community. Die Laudator*innen waren Marcus Schmidt aus dem checkpoint queer (für Samuel Schmidt), Julia Gerasch aus dem QNN-Vorstand (für Eves Winter), Julian Linn aus dem QNN-Vorstand (für Barbara Meißner) und Daniel Masch aus dem checkpoint queer (für Dirk Ahrens). Jede Laudatio stellte die individuellen Leistungen der Person hervor. Teils witzig, teils ehrfürchtig oder auch informativ bekamen die Gäste Einblick in die Arbeit der vier ausgewählten Personen.

Die breite Präsenz der Goldmarie in den sozialen Medien und der regionalen Zeitung führten zusätzlich zu einem Austausch der heteronormativen Stadtbevölkerung und der LGBTIQ*-Community. Besonders die Lüneburger Landeszeitung und der Winsener Anzeiger begleiteten die Goldmarie vorab und im Anschluss mit empowernder Berichterstattung.

Damit war die Verleihung ein Erfolg für die Menschen, die Community und das Land Niedersachsen. Das Staffelholz geht nun zum queeren Zentrum nach Göttingen, die in zwei Jahren die Goldmarie 2021 ausrichten werden.

Queeres Netzwerk Niedersachsen
Mehr Infos & Kontakt: q-nn.de/goldmarie

 

(RoZ) Lüneburg | Oldenburg. Seit einigen Jahren wird vom QNN (Queeres Netzwerk Niedersachen) die „Goldmarie“ verliehen, der queere Preis für Fleiß. Damit geehrt werden Menschen, die sich vielfältig in queeren Projekte engagieren. Und eine dieser PreisträgerInnen ist in diesem Jahr die Oldenburgerin Barbara Meißner (auf dem Bild 5. von links).


Ingmar // RoZ : Moin Barbara. Erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Goldmarie 2019! Als eine der Preisträgerinnen durftest Du zur diesjährigen Preisverleihung nach Lüneburg. Wie hast Du von Deiner Nominierung erfahren?

Barbara // Goldmarie 2019 : … nun ja … Es gab Ende September einen Anruf vom QNN mit der Frage, ob ich den Preis denn auch wirklich annehmen würde. Das wollte ich wohl, obwohl der Name „Goldmarie“ ja ein wenig merkwürdig scheint. Vorgeschlagen hatte mich Susanne von der Lesbenchörin, die mich ja auch schon seit ganz
vielen Jahren kennt. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an sie.

Ingmar // RoZ : Heute bist Du vielen Frauen vom Lesbenweckdienst bekannt, dem E-Mail-Verteiler für alles,
was für Frau wichtig ist: Termine, Kleinanzeigen, Kontakte, Projekte. Seit wann gibt es diesen eigentlich und wieviele Frauen folgen dem Weckdienst?

Barbara // Goldmarie 2019 : Heute hat der WD genau 870 Abonnentinnen, die natürlich auch Multiplikatorinnen sind. „Erfunden“ haben ich den WD vor nunmehr ca. 25 Jahren. Es gab immer mehr LesbenFrauen, die sich einen Computer leisten konnten und somit wurde dieses Medium als Plattform für die Verbreitung von Tipps und Terminen erst möglich. Es gab immer wieder welche, die den Termin der Frauendisco
verbaselt hatten, einen Termin für eine Lesung vergessen, etwas zu verschenken hatten, eine für Hilfe beim Renovieren suchte usw. Anfangs waren es 5 oder 6 Freundinnen, die ich mit den Infos versorgte. Aber nach und nach wurden es immer mehr. Bremerinnen, Wilhelmshavenerinnen, Lesben aus Ostfriesland waren dankbar
für Tipps und Termine. Dann vor einigen Jahren fand sich Brigitte bereit, den WD in den Zeiten zu betreuen, in denen ich unterwegs bin. Auch an sie ganz vielen Dank für ihre Unterstützung.

Ingmar // RoZ : Du hast aber schon viele Dinge auf die Beine gestellt oder dabei mitgewirkt: Du warst beim CSD
Nordwest dabei, Du hast das FrauenProjekteHaus und Frauen Lernen Gemeinsam mitgestaltet. Welches dieser Projekte lag bzw. liegt Dir besonders am Herzen und seit wann bist Du schon aktiv?

Barbara // Goldmarie 2019 : Angefangen hat es bei mir – wie sicherlich auch bei vielen anderen – mit dem
Engagement in einem Frauenzentrum. Bei mir eben in Wilhelmshaven Bant ca. 1978. Im jugendlichen
Alter habe ich dann die Z-Prüfung gemacht, das Studium durch Arbeit in einer Kneipe mitfinanziert (das ZOFF in Wilhelmshaven). Das war vor ca. 40 Jahren DER Treff auch für Lesben und Schwule. Dadurch kannte ich viele Leute und nach dem Umzug nach Oldenburg ging es auch mit Kneipe und Disco in der Alhambra weiter.
Frauen lernen gemeinsam habe ich mit vielen anderen einige Jahre betreut und auch im Team das FrauenProjekteHaus, bis eine Finanzierung durch Stadt und Land nicht mehr gewährleistet wurde. Den CSD habe ich in den ersten 2 oder 3 Jahren mit organisiert, aber mir wurde das dann doch zuviel, auf mehrerer Hochzeiten zu tanzen.

Ingmar // RoZ : Gab es eigentlich ein Preisgeld?

Barbara // Goldmarie 2019 : Nein, es gibt eine Anstecknadel (lach). So etwas
hatte mein Großvater immer vom Hühnerzüchterverein
am Revers.

Ingmar // RoZ : Barbara, vielen Dank für das heitere und aufklärende Interview.

Mehr Infos & Kontakt: weckdienst2007.de