Cinema: Das queerfilm festival Bremen | 08.-13.10.

Das queerfilm festival Bremen vom 08. bis 13. Oktober 2019

(pm) Bremen. Das queerfilm festival Bremen lädt auch dieses Jahr wieder zu einem cineastischen Fest queerer Filmkunst ins CITY 46 in Bremen ein. Das Team hat seit dem 25. Jubiläum im vergangenen Jahr nicht geschlafen, es hat sich auf die unermüdliche Suche nach neuen Filmen gemacht, ist als Team mit neuen engagierten Menschen näher zusammengerückt und hat über 250 Kurz- und Langfilme gesichtet. Ein sicherlich besonderes Erlebnis für sechs der Team-Mitglieder war im Februar die Berlinale. Als Fachpublikum haben sie dort schon einmal viele internationale Filme gesichtet und ihre Top-Auswahl mit nach Bremen gebracht. Zum jetzigen Zeitpunkt festigt sich das Programm, Filme werden nachgesichtet und bestellt und der Austausch über Filme und mögliche Kooperationen mit anderen queeren Filmfestivals laufen auf Hochtouren.

 

Das Festival

Das ehrenamtliche queerfilm festival Team setzt sich aus Menschen unterschiedlichster Altersgruppen, sexueller Identitäten und Orientierungen zusammen und ist in der Bremer Community bestens vernetzt. Es setzt sich für Kooperationen mit anderen Bremer Initiativen und Organisationen ein, die zum Teil schon viele Jahre bestehen. Als Gründungsmitglied von QueerScope e.V., einem Verbund von 16 unabhängigen queeren Filmfestivals in Deutschland, pflegt das queerfilm Team auch bundesweit intensive Kontakte und einen regen Wissens- und Informationsaustausch. Hinter dem Team steht der gemeinnützige Verein queerfilm e.V., der mit dem CITY 46 Kommunalkino Bremen e.V. schon viele Jahre freundschaftlich verbunden ist und dort einen idealen Spielort gefunden hat.

Das 26. Jahr begeht das queerfilm festival mit einem großen Schritt: der Einführung eines solidarischen Preissystems, bei dem das Publikum selber einschätzen kann, wie viel es zahlen möchte und kann. Damit geht das Festival einen Schritt in Richtung kultureller Teilhabe aller und zelebriert queere Filmkunst fernab von finanziellen Mitteln des Publikums.

Die Filme

Das Programm des queerfilm festivals möchte die vielfältigen LGBT*IQ Lebensrealitäten sichtbar machen. Mal politische Missstände aufzeigen, mal empowernd über starke Persönlichkeiten berichten, mal junge Menschen und ihre erste Liebe in den Mittelpunkt rücken, mal alte Menschen mit ihrer Sicht auf die Vergangenheit zu Wort kommen lassen. Auf die Leinwand kommen Filme aus weniger prominenten Filmländern, Geschichten von Menschen, die im gängigen Kinoprogramm kaum bis keine Beachtung bekommen. Mal heiter als Komödie, mal traurig als Drama oder informativ als Dokumentation.

Das queerfilm festival Bremen beginnt traditionsgemäß am Dienstagabend mit dem beliebten langen „Kurzfilm-Eröffnungsabend“, der mit kurzen und sehr kurzen Filmen berühren, zum Lachen und Nachdenken bringen möchte. Damit so viele Menschen wie möglich den Kurzfilm-Eröffnungsabend genießen können, werden dieses Jahr am ersten Abend auch die Türen zum zweiten Kinosaal des CITY 46 geöffnet. Bei  Redaktionsschluss war die Programmplanung noch nicht abgeschlossen, doch so viel kann schon verraten werden: es werden Berlinale-Filme zu sehen sein und Filme, die durch unermüdliche Recherche erst gefunden werden mussten. Einen kleinen Vorgeschmack möchten wir euch trotz eventuell noch möglicher Änderungen nicht vorenthalten:

Genderbende // Niederlande

Dieser Dokumentarfilm portraitiert fünf Menschen, die sich der herkömmlichen Einordnung der Kategorien Männlich und Weiblich verweigern. Jeden Tag werden sie mit ihrem Anderssein konfrontiert und bleiben dabei stolz auf das, was sie sind. Der Film spielt mit der Neugier, dem Interesse und dem Unverständnis dem gegenüber, was außerhalb des allgemeinen Mainstream Genders liegt.

No box for me. An intersex story // Frankreich

Oft wird Intersexualität immer noch als eine Pathologie gesehen, die behandelt und repariert werden muss. Der Dokumentarfilm reflektiert die Art und Weise, wie intersexuelle Menschen versuchen, ihren Körper wieder anzugleichen und ihre Identität eigenmächtig zu konstruieren.

Darkroom – Tödliche Tropfen // Deutschland

In seinem Drama „Darkroom – Tödliche Tropfen“ erzählt Rosa von Praunheim einen wahren Kriminalfall aus jüngster Vergangenheit. Lars und Roland ziehen gemeinsam nach Berlin und gestalten sich ihre eigene Wohnung. Das Glück scheint perfekt, jedoch ahnt Roland nicht, dass Lars sich im Berliner Nachtleben rumtreibt und mit tödlichen Substanzen experimentiert …

So Pretty // USA & Frankreich

Jessie Jeffrey Dunn Rovinelli widmet sich den Aktivitäten der West-Berliner Schwulenszene der 1980er Jahre und überträgt das Szenario in eine queere Wohngemeinschaft des heutigen New Yorks. Der Film ist ein Liebesbrief voller Zärtlichkeit und Geduld mit der Frage, wie Liebe und gemeinsames Leben unter einem Dach funktionieren kann.

Chedeng and Apple // Philippinen

Nach dem Tod ihres Mannes beschließt die 66-jährige Chedeng, sich endlich ihrer Familie zu outen, und macht sich mit ihrer besten Freundin Apple auf die Suche nach ihrer großen verschollenen Liebe. Auf einem turbulenten Roadtrip erleben die beiden ungeahnte Abenteuer.

 

Das Rahmenprogramm

Im Vorfeld des queerfilm festivals Bremen zeigt das queerfilm festival Bremen am 23.08.2019 um 20 Uhr gemeinsam mit dem CITY 46 und der selbstorganisierten Gruppe Queeraspora vom Rat&Tat Zentrum für queeres Leben e.V. den Film „Mister Gay Syria“. Im Anschluss an die Vorführung wird eine Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen von Queeraspora stattfinden.

Mr. Gay Syria // Türkei // 23.08.2019 // 20:00 Uhr

Husein ist Familienvater und arbeitet als Friseur in Istanbul, Mahmoud setzt sich in Berlin für LGBTI-Rechte ein. Was die beiden verbindet, ist ihre Flucht aus Syrien, wo sie als schwule Männer nicht sicher waren. Beide haben einen Traum: Am nächsten internationalen „Mr. Gay World“-Wettbewerb in Malta soll ein Schwuler aus Syrien teilnehmen. Beide wollen damit die Unsichtbarkeit von Schwulen in Syrien durchbrechen. Zugleich macht der Dokumentarfilm von Ayşe Toprak sehr deutlich, dass es auch für schwule Geflüchtete in der Türkei immer gefährlicher wird.

Maquillage – Party // Spedition

In diesem Jahr möchten das Team mit dem Festival-Publikum das Tanzbein schwingen! Am Wochenende des Festivals lädt das Party-Kollektiv„Maquillage“ in die Spedition zu einer bombastischen Party, zu einem queeren Fest mit einem vielfältigen und diversen Line-up. Der genaue Termin wird spätestens Anfang September stehen und auf der Website des Festivals und im Programmheft zu finden sein.

Queerfilm – Bar // Tombola

Selbstverständlich erwartet das Publikum wie gewohnt die selbst gestaltete queerfilm Bar.  Sie wird an jedem Abend von anderen queeren Bremer Gruppen und Initiativen betreut, die sich freuen, mit den Festivalgästen über ihre Projekte ins Gespräch zu kommen.  Außerdem wird es wieder eine bunte Tombola mit großartigen Preisen geben, die von den bezaubernden Los-Feen* verteilt werden.

Das endgültige Programmheft mit allen Details wird ab Anfang September gedruckt vorliegen und online unter www.queerfilm.de zur Verfügung stehen, wo auch ein Newsletter abonniert werden kann. Also haltet die Augen offen!

Freuen wir uns auf 6 volle, super spannende queere Filmtage abseits des Mainstreamkinos. Wir sehen uns im Oktober im CITY 46!

Mehr Infos + Kontakt:

www.queerfilm.de

CITY 46, Birkenstraße 1, 28195 Bremen, www.city46.de