Kino | 18.-23.10.2022 – Queerfilm Festival Bremen

29. Queerfilm Festival Bremen

Vom 18. bis 23. Oktober im Kommunalkino CITY 46 

Bremen. Fast geschafft! Noch ziehen wir uns gemächlich voran durch Sommertage, -stürme und Pollenwinde, die unsere Schleimhäute verkleben, waschen uns frei in Seen. Machen Urlaub in fernen und nahen Landstrichen, soweit wir eben kommen. Gemächlich lassen wir das pandemische Geschehen der Vorjahre hinter uns, lassen Möglichkeiten aufleben, freuen uns auf Aktivitäten und ganz besonders darauf, dass das CITY 46 gemeinsam mit dem ehrenamtlichen queerfilm-Team wieder einlädt, vom 18. bis 23. Oktober 2022 dabei zu sein, wenn Türen geöffnet und Vorhänge gehoben werden, um an sechs Tagen dem Mainstreamkino zu entkommen – zum 29. Mal seit Gründung von QueerScope e.V., einem Verbund von 22 unabhängigen queeren Filmfestivals in Deutschland.

Seit 1994 also kommen Menschen unterschiedlichster Altersgruppen, sexueller Identitäten und Orientierungen zusammen, vernetzen sich deutschlandweit, tauschen sich, Informationen und Wissen aus, diskutieren immer wieder neu und kriechen ihrem 30. Jubiläum zu: Was als schwul- lesbisches Filmfest seinen Anfang nahm, später um trans* erweitert wurde, und sich mit der Zeit weiter auffächerte, versteht sich nicht mehr in kleinen Definitionsrahmen. In dem Bewusstsein, nie jede Erfahrung in Worten abbilden zu können, möchte es das Bewegtbild nutzen, um anzuregen, anzustoßen, zu betören:

Es werden Perspektiven und Darstellungen jenseits heteronormativer Identitäten, Körpervorstellungen und -darstellungen, wie auch sexuellen und romantischen Begehrens sichtbar gemacht, so auch Perspektiven in Bezug auf BIPoC und weitere Menschen, die strukturelle Ausgrenzung erfahren.

Es wird Filme geben für Kinder und Jugendliche, für Erwachsene, Kurz- und Langspielfilme. Und wer sich darüber denkt: „Ach Mensch, Kino! Is‘das teuer…“: Auch in diesem Jahr können die Besucher:innen wieder zwischen drei Preisen wählen. 2019, die Pandemie bricht aus und plötzlich steht alle Welt auf dem Kopf! Plena werden in virtuelle Räume verlagert und Treffen in den Räumen der dritten Dimension werden zur Ausnahme – oder die Räume blieben zu: Clubs, Kneipen, Kinos. Und nun verkehren sich die Verhältnisse erneut: Virtuelle Treffen werden zur Ausnahme oder zur Alternative, mehr noch: Zur Möglichkeit, auch jene teilhaben zu lassen, die sonst nicht hätten dabei sein können. Technik macht‘s möglich: Davon kann das Publikum auch dieses Jahr wieder profitieren: Ein Teil des Programms wird online im Stream zur Verfügung gestellt.

Profitiert hat davon aber auch das Team – und tut es immer noch! –, das wöchentlich im CITY46 zusammenkommt, sich bespricht und Ergebnisse austauscht – manchmal mit Teammitgliedern auf der Leinwand, immer aber vor Ort. In Kleingruppen organisiert, den sogenannten Mützen, werden die Filme ausgewählt und bestellt, das Programmheft und die Website entworfen, Werbemöglichkeiten wird nachgegangen, den Filmproduzent:innen auch: Die Gäste-Mütze beispielsweise gibt ihr Bestes, die Menschen, die hinter den Filmen stehen, zu Plausch und Diskussion nach Bremen einzuladen. Auch werden Texte (nicht nur dieser) verfasst: Das Programmheft mit ausführlichen Informationen zu den Filmen wird im September veröffentlicht.

Eröffnet wird das Festival am Dienstag, den 18.10. um 19 Uhr,

mit dem langen Kurzfilm- Eröffnungsabend.

Wie immer wird hier eine bunte Mischung an Filmen gezeigt. Zuviel wird nicht verraten, aber exemplarisch sei die pakistanische Produktion Kiran erwähnt. Wie alle Filme des Festivals, werden auch die Kurzfilme im Original mit Untertiteln gezeigt, sodass OmU-Fans und Cineast:innen auf ihre Kosten kommen.

Die folgenden Abende (Mittwoch bis Freitag) beginnt das Festivalprogramm um 18 Uhr. Unter anderem werden die Dokumentarfilme Well Rounded von Shana Myara, der sich komödiantisch seinen Themen widmet, und Nel Mio Nome von Nicolò Bassetti, der auch online als Stream zur Verfügung gestellt wird, gespielt. Am Freitagabend haben die Besucher:innen Möglichkeit, in Gustavo Vinagres Três tigres tristes queere Menschen in der brasilianischen Stadt São Paulo zur Zeit einer Pandemie bei ihrem Aufbegehren gegen die amtierende Regierung zu begleiten.

Am Wochenende geht’s bereits um 16 Uhr los, mit einer Eröffnung im Kinder- und Jugendprogramm durch The Paint Wizard der Direktorinnen Jessica Wolfson und Jessie Auritt, welches das Coming- Out als Transfrau im Alter von 58 Jahren thematisiert – mit einem Workshop im Anschluss. Als eine von drei Dokumentationen an diesem Abend wird March for Dignity gespielt, der das Publikum mit der Lebensrealität einer georgischen Gruppe von LGBTI+ – Aktivist:innen konfrontiert, die versuchen, den ersten Pride March ihres Landes zu organisieren – und den Widerständen, die laut werden.

Der Sonntagnachmittag widmet sich einem bestimmten Genre: dem Porno-Kurzfilm!

Das endgültige Programm wird im September als Programmheft und digital auf den queerfilm festival Bremen-Kanälen veröffentlicht. Dort werden die Filme noch einmal ausführlicher vorgestellt. Es soll angeregt werden zum Nachdenken, zum Reflektieren, zum Hinterfragen, zum vielleicht ganz neu Hinschauen.

An manchen Abenden werden Gäste vor Ort sein und zur Diskussion einladen. Wer das CITY 46 schon von früheren Besuchen kennt: Das Deko- Team wird sich alle Mühe geben, den Ort noch einmal zu verwandeln und noch einmal mehr zum Verweilen zu gestalten. Eine Tombola wird’s geben (mir wurde gesagt, sie sei allseits beliebt), leckere Getränke und Snacks, Filme, Filme, Filme und vor allem: Gesellschaft.

Für mehr & aktuelle Infos:

www.queerfilm.de

bei Facebook oder Instagram unter @queerfilm_festival_bremen

CITY 46

Birkenstr. 1

28195 Bremen

www. city46.de