Schauspiel: Russian Boy

Uraufführung und Premiere: Russian Boy (UA)

Authentisches Schauspiel des Oldenburgischen Staatstheaters

(RoZ / pm) OL. Das Staatstheater Oldenburg lockt in der Spielzeit 18/19 mit einem spannenden Schauspiel. Frisch und kurzweilig wird von fünf jungen Schauspieler_Innen Russian Boy erstmals auf eine Bühne gebracht.

Singen und Tanzen konnte Artjom schon als kleiner Junge. Mit seinem Traum von Geld und Ruhm schafft er es aus einem kleinen Dorf nach Moskau. Dort trifft er auf den verheirateten Mischa, der sich in Artjom verliebt. Lena, seine Frau, ahnt nichts von den Gefühlen ihres Mannes. Als sie hinter sein Geheimnis kommt, zerplatzt ihr Traum von der großen Liebe ihres Lebens. Doch nicht nur ihr Traum ist zerplatzt. Auch Ludmilla Iwanowa, Artjoms Mutter, leidet darunter, einen schwulen Sohn zu haben –  es ist ihr einziges Kind. Kann die Beziehung zwischen Artjom und Mischa unter diesen Umständen gelingen? Schaffen es beide, dem Druck der homophoben russischen Gesellschaft standzuhalten? Eigentlich wollen in diesem Stück doch alle nur eines: Glücklich sein!

Die Schauspieler_Innen fesseln mit ihrer authentischen Darstellung von Liebe, Trauer und Wut – solo und gemeinsam. Wie die schwule Welt funktioniert, wird dem Publikum realistisch aber nicht unangenehm aufgezwungen. Gut eingesetzte Lichteffekte nehmen die Zuschauer problemlos mit in die vielen Szenerien, ebenso wie die markigen Worte des Erzählers. Humorvolle Passagen sorgen trotz des schweren Inhalts für einen dankbaren Ausgleich. Schade, dass 90 Minuten so schnell vergehen!

Auszug aus dem Text des Staatstheaters: Sehr unaufgeregt, mit leisem Humor erzählt der junge russische Autor Dimitrij Sokolov vom Streben nach Glück seiner vier Protagonist*innen. Die persönlichen, sehr intimen Geschichten und Schicksale werden jedoch zum Politikum, weil sie in Russland stattfinden, einem Land, in dem Homophobie zum guten Ton gehört und Homosexualität in der Gesellschaft tabuisiert wird. „Ich habe ‚Russian Boy‘ im Bewusstsein geschrieben, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass das Stück in russischen Theatern gespielt werden wird. Zu groß die Angst vor Sanktionen u

nd Repressionen, die andere Bühnen und Künstler schon erfahren haben und immer noch erfahren. Dennoch war es mir wichtig, ein Stück über eine schwule Liebe zu schreiben, um zu zeigen: Es gibt uns, wir kämpfen um unser Recht auf Liebe, um unser Recht auf Glück, genauso wie alle Menschen überall auf der Welt.“ Dimitrij Sokolov

Der Generalintendant Christian Firmbach betonte in seiner Dankesrede nach der Premiere und im Beisein von Dimitrij Sokolov, dass es ihm ein Anliegen sei, dass Russian Boy eines Tages in Russland gezeigt werden kann. Bis dahin bleibt es erst einmal dem Oldenburger Publikum vorenthalten. Nutzt diese Exklusivität. Es lohnt sich!

Ingmar (RoZ)

 

Russian Boy. Von Dimitrij Sokolov – Deutsch von Elena Finke

Spieldauer: 90 Minuten, Spielort: Exerzierhalle

 

Termine

02.12. – 18.00 Uhr

06.12. – 20.00 Uhr

09.12. – 18.00 Uhr

14.12. – 20.00 Uhr

06.04. – 20.00 Uhr

07.04. – 18.00 Uhr

 

Karten unter

www.staatstheater.de

 

Besetzung

Artjom: Fabian Kulp

Mischa: Fabian Felix Dott

Lena, Mischas Frau: Agnes Kammerer

Ljudmilla Iwanowa, Artjoms Mutter: Helen Wendt

Erzähler: Johannes Schumacher

Regie : Elina Finkel

Bühne und Kostüme: Elena Bulochnikova

Dramaturgie: Marc-Oliver Krampe

Das könnte auch interessant sein: